Reisekosten eines USA-Trips

In diesem Artikel findest du sämtliche Kostenfaktoren aufgeschlüsselt, die bei einer Mietwagen-Rundreise in den Vereinigten Staaten zustande kommen. Die angegebenen Preise orientieren sich am Preisniveau des Südwestens der USA.

Alle hier aufgeführten Kosten beruhen auf eigenen Erfahrungen und dienen nur als grober Richtwert. Die letztendlichen Kosten sind abhängig von den eigenen Ansprüchen.

Tipp
Am Ende dieses Artikels findest du einen Reisekostenrechner, der dir einen groben Kostenüberblick verschaffen kann, wenn du das erste Mal einen Trip an die Westküste machst.

Flugkosten

Der Flug ist sicherlich der größte einmalige Kostenfaktor. Generell gilt bei Langstreckenflügen: frühzeitig nach einem guten Deal Ausschau halten. Bei einem Flug in die USA sollte das mindestens ein halbes Jahr vor Reiseantritt sein.

Entgegen vieler Behauptungen gibt es nicht DEN perfekten Buchungszeitpunkt. Wenn du ein Angebot findest, das sich mit dem eigenen Budget und preislichen Vorstellungen vereinbaren lässt, mal abgesehen von passenden Flugdaten, buche den Flug.

Das kann auch erst zwei Monate vorher sein, aber der Großteil der USA-Reisenden hat den Flug natürlich gerne frühzeitig sicher in der Tasche.

Viele Flugsuchmaschinen (Skyscanner ist vom Funktionsumfang her unschlagbar) bieten mittlerweile Preismeldungen an, die über die Preisentwicklung informieren. Darüber hinaus lassen sich innerhalb eines Monats die preisgünstigsten Hin- und Rückflugs-Tage ausfindig machen. Wer da flexibel ist, kann durchaus einige hundert Euro sparen.

Preistechnisch ist zu sagen: je ungünstiger die Bedingungen für einen selbst, desto günstiger auch der Preis. Wer einen Direktflug mit optimalen Abflug- und Ankunftszeiten sucht, wird mindestens 900 Euro hinblättern müssen.

Wer mindestens einen Umstieg und möglicherweise nicht optimale Abflugs- und Ankunftszeiten in Kauf nimmt, kann gut und gerne nicht viel mehr als 500-600 Euro bezahlen. Wer kein so gutes Angebot findet, muss mit einem Flugpreis von 700-800 Euro pro Person rechnen.

Mietwagenkosten

Erst einmal gilt zwischen PKW und Wohnwagen zu differenzieren. Wer mit letzterem seinen Rundtrip gestalten möchte, hat mit DEUTLICH höheren Kosten zu kalkulieren. Da ich noch keine Erfahrungen damit gemacht habe, möchte ich dazu auch keine vermeintlichen Tipps geben. Reisen-Fotografie.de hat dazu einen hilfreichen Beitrag geschrieben.

Ein grundlegender Tipp für alle PKW-Reisenden: kalkuliere ausreichend Platz. Ein Kleinwagen drückt die Mietwagenkosten zwar enorm, doch mit eingedrückten Beinen und Koffern auf den Rücksitzen möchte niemand ein paar tausend Kilometer weit reisen. Weiterführende Informationen zur Mietwagenbuchung findest du in diesem Artikel.

Die Kosten für die Anmietung hängen vor allem von der Reisezeit, der Mietwagenklasse, der Reisedauer, möglichen Zusatzfahrern und dem Versicherungsumfang beziehungsweise den Zusatzleistungen ab. Ausschlaggebend ist auch das Alter: Fahrer unter 25 treiben den Preis leider deutlich in die Höhe.

Bei einem Midsize-SUV ist grob mit folgenden Mietkosten zu rechnen: 60-70 € pro Tag, inkl. Zusatzfahrer, Versicherung und erster Tankfüllung

Es ist definitiv ratsam den Mietwagen von Deutschland aus zu buchen. Das hat unter anderem folgende Vorteile:

  • Buchung basiert auf deutscher Rechtsgrundlage
  • kein zusätzlicher Stress nach einem langen Flug
  • deutliche Preisersparnis bei früher Buchung
  • Betrag ist bereits vor Reiseantritt beglichen und muss nicht mit einkalkuliert werden

Spritkosten

Der Sprit ist in den USA deutlich günstiger als in Deutschland. Dennoch variieren die Preise sehr stark von Region zu Region. Im Westen ist dieser deutlich teurer als im Süden. Eine anschauliche „Heatmap“ zu den Spritpreisen findest du hier.

Der Preis für eine Gallone (≈ 3,78 Liter) liegt in Kalifornien bei durchschnittlich 2,7 Dollar (≈ 2,45 Euro, Stand: 17.10.2016). Damit ergibt sich ein umgerechneter Literpreis von gerade einmal 65 Cent. Je weiter es gen Osten geht, desto günstiger wird der Sprit.

Durch die große Auswahl an verschiedenen Mietwagenklassen kann ich an dieser Stelle keinen exakten Durchschnittsverbrauch kalkulieren. Wer einen Midsize-SUV anmietet, wie es die meisten USA-Reisenden sicherlich tun, muss mit einem kombinierten Verbrauch von 9-10 Liter/100 km gerechnet werden. Kleinwagen und Kompaktklassen liegen darunter, Fullsize-SUV’s und Van’s über diesem Wert.

Für eine klassische Mietwagen-Rundreise mit 4.000 km ergeben sich bei einem Midsize-SUV grob überschlagen Spritkosten in Höhe von 235 €. Andere Kostenfaktoren fallen da deutlich stärker ins Gewicht.

Übernachtungskosten

Möchtest du einen mittleren Komfort haben, rechnest du mit einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 50 €. Abseits der Hotspots sind gute Zimmer für 30 € möglich, Nationalparks und andere Hotspots ziehen den Schnitt nach oben.

Wer mit weniger Komfort zufrieden ist und sich mit einem sauberen Zimmer zufrieden gibt, was für eine Rundreise völlig ausreichen sollte, kommt mit einem noch geringeren Budget aus (30-40 € durchschnittlicher Übernachtungspreis).

Generell ergibt sich bei den Übernachtungspreisen im Vergleich zu denen in Deutschland kein großer Unterschied.

Verpflegungskosten

In den meisten Motels und Hotels ist ein „Complimentary Breakfast“ inbegriffen, was in der Regel für nicht viel mehr als warmen Kaffee, Orangensaft, Toast und ein paar Snacks steht. Wer möchte, kann davon satt werden. Die Alternative ist ein typisch amerikanisches breakfast oder ein etwas kostengünstigerer Einkauf im Supermarkt.

Grob überschlagen ist mit täglichen Verpflegungskosten von 25-30 € pro Person zu rechnen. Die Nutzung einer Kühlbox ist absolut hilfreich, denn in so gut wie jedem Motel/Hotel gibt es eine Eismaschine. So können unterwegs neben den Getränken auch Lebensmittel über mehrere Tage kühl gelagert werden.

Insbesondere bei den Verpflegungskosten hängt es von den eigenen Ansprüchen ab, wie stark dieser Faktor den Geldbeutel belastet. Wer nicht jeden Tag vornehm essen gehen muss, kann gängige Ausflugskosten einplanen.

Eintrittskosten

Der wohl variabelste und am schlechtesten planbare Kostenfaktor sind die Eintrittsgelder. Schließlich möchte und kann man nicht alle Attraktionen im Voraus planen. Bei den größeren kann das durchaus sinnvoll sein, denn nicht selten ergeben sich beim Vorbuchen über das Internet mitunter enorme Rabatte.

In größeren Städten sind die Eintrittspreise für Freizeitparks, Aquarien, Zoos und weitere Sehenswürdigkeiten sehr happig. Wer diese zum Großteil meidet, kann diesen Kostenfaktor relativ gering halten.

Mithilfe des Annual Pass, der sich für 80 Dollar vor Ort kaufen lässt und für vier Personen gültig ist, lassen sich sämtliche Nationalparks erkunden. Die State Parks und Indianergebiete, deren Zutritt der Pass nicht umfasst, fordern oftmals nur eine geringe Gebühr pro Fahrzeug (selten mehr als 10 Dollar pro Fahrzeug) oder pro Person.

Versicherungskosten

Auslandskrankenversicherung – die wichtigste und essentielle Versicherung. Ist hinsichtlich der geringen Kosten in Relation zu denen, die ohne Versicherung aufkommen würden, zu 100 % unabdingbar. Zu erwartende Kosten: nicht mehr als 10 € pro Reise/Jahr pro Person.

Reiserücktrittskostenversicherung – muss jeder für sich selbst abwägen. Die einen halten diese Versicherung für wichtig, andere verzichten drauf, weil sich die Hotels, der Mietwagen und mitunter auch der Flug bis kurz vor Inanspruchnahme stornieren lassen. Zu erwartende Kosten: 20 € pro Woche pro Person.

Weitere Versicherungen sind in der Regel überflüssig oder bereits abgedeckt, zum Beispiel durch die Privathaftpflicht- oder Unfallversicherung, wenn diese auch im Ausland gültig sind. Weiterführende Informationen findest du in dem Artikel: Sinnvolle Reiseversicherungen für die USA

Beispielrechnung

Mietwagen-Rundreise im Südwesten der USA – 21 Tage – Hauptsaison – 4.000 km

KostenfaktorKostenSparpotenzial
Flug750 €Preismeldungen einer Flugsuchmaschine nutzen
Mietwagen30 €/TagMietwagenvergleich nutzen (billiger-mietwagen.de)
Sprit5 €/TagTempomat nutzen und Tankstellen in NPs meiden
Übernachtungen50 €/TagHotspots wie Las Vegas an Wochenenden meiden
Verpflegung30 €/TagLebensmittel selbst einkaufen und in Kühlbox mitführen
Eintritte15 €/TagGroße Attraktionen meiden, vorher online buchen
Versicherungen80 €Weitere Versicherungen neben Auslands-KV abwägen
Gesamkosten3560 €

Mithilfe des Reisekostenrechners kannst du dir einen groben Überblick über die geschätzten Gesamtkosten einer USA-Rundreise verschaffen. Die Berechnung basiert auf eigenen Erfahrungen und deckt sämtliche Kostenfaktoren grob ab.

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